+++ Nach DOSB-Kritik an der Unterschriftenaktion zur Athletenvereinbarung: Freue mich auf klare Antworten der Funktionäre +++ Vorfreude auf den Weltcupstart 8. November 2013 im kanadischen Calgary +++ Das erste Saisonziel heißt Olympiaqualifikation +++

Chronologie...

...in meinen Fall hereinzubringen ist keine leichte Aufgabe, denn seit der Mehrkampf-WM in Hamar (7. U. 8. Februar 2009) ist so viel passiert, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. Ich werde das Geschehene hier mit Hilfe meiner eigenen Darstellungen auf der Homepage zusammenfassen. Ich hätte es zu Beginn des Falls nie für möglich gehalten, dass ich aufgrund der erhöhten Retikulozytenwerte gesperrt werden könnte.

„Du hast dein Blut nicht manipuliert, also kann dir auch nichts passieren!“

Von dieser These war ich zu 100 Prozent überzeugt. Bis zu jenem Tag (1. Juli 2009), als mich das ISU-Schiedsgericht ohne jeden Beweis für zwei Jahre sperrte. Drei Tage später war ich öffentlich gebrandmarkt und der Wahnsinn nahm seinen Lauf. Noch am selben Tag wandte ich mich mit folgenden Zeilen an die Öffentlichkeit:

Update 4. Juli 2009

Zwei Tage später legte ich sämtliche Blutwerte offen, die die ISU seit 2000 von mir gesammelt hatte und als Grundlage für meine Verurteilung dienten. Das brachte Bewegung in den Fall.

Update 7. Juli 2009

Als nächstes widmete ich mich der Frage, warum ich die Frist der ISU nicht akzeptieren konnten, die mir das ISU-Schiedsgericht einräumen wollte, um zu klären, ob meine Werte durch eine Anomalie zu erklärten seien.

Update 08.07.2009

An den nächsten Tagen widmete ich mich dann vor allem der Berichterstattung in den Medien.

Update 09.07.2009
Update 10.07.2009
Update 12.07.2009
Update 13.07.2009

Die nächsten Wochen konzentrierte ich mich darauf, eine Pressekonferenz vorzubereiten, in der ich zahlreiche Fakten vorstellte, die das Vorgehen der ISU mehr als in Frage stellten (fehlerhafte und fehlende Barcodes, Messungenauigkeiten etc.). Die PK wurde live im TV (N24) übertragen und zog ein riesiges Medienecho nach sich. Zwei Tage später meldete ich mich mit dem nächsten Eintrag zu Wort.

Update 08.08.2009

Kurz darauf gab es eine erste repräsentative Meinungsumfrage zum meinem Fall. Das Ergebnis war mehr als erfreulich...

Update 21.08.2009

Danach begannen die Vorbereitungen auf das CAS-Verfahren. Die Verhandlungen in Lausanne am 22. Und 23. Oktober stimmten uns zuversichtlich. Die Richter hatten zum Ende der Verhandlung die neuen WADA-Guidelines präsentiert, nach denen eine Verurteilung nur aufgrund eines auffälligen Blutparameters zukünftig nicht mehr möglich sein wird. Warum sollten die Richter die Guidelines vorlegen, wenn sie nicht beabsichtigen würden, diese auch anzuwenden? Anschließend verkündet der CAS, er werde die Urteilsverkündung vom 10. auf den 5. November vorziehen. Jetzt war mein Freispruch zum Greifen nahe. Warum sollte das Urteil vorgezogen werden, wenn es mir nicht erlauben würde, einen Tag später zum Weltcupstart in Berlin wieder auf dem Eis zu stehen? Doch alles kam ganz anders. Einen Tag vor der herbeigesehnten Erlösung, drehten die Richter das Rad zurück und erklärten plötzlich, sie benötigten noch zwei Wochen für das Urteil. Ich brauchte ein paar Tage um diesen Schock zu verdauen, ehe ich mich wieder zu Wort meldete:

Update 08.11.2009

Die nächsten Wochen entwickelten sich zur Farce und zu einer Zerreisprobe für meine Nerven. Noch zweimal wurde das Urteil verschoben, ehe der CAS verkündete, dass meine Sperre bestehen bleibt. Es könne ausgeschlossen werden, dass ich an einer Blutanomalie leide, von daher müsse ich mein Blut manipuliert haben, hieß es in der Begründung. In der Folge zog dies gleich mehrere Kommentare von mir nach sich.

Update 25.11.2009  
Update 26.11.2009
Update 27.11.2009
Update 30.11.2009
Update 07.12.2009 

Kurz darauf bekam ich überraschend vom Schweizer Bundesgericht die Erlaubnis, beim Weltcup in Salt Lake City über 3.000 Meter zu starten, um meine Chance auf eine Olympia-Teilnahme wahren zu können – für den Fall, dass das Bundesgericht meine Sperre aufheben würde. Leide konnte ich die Chance nicht nutzen. „Ein Rennen, eine Chance“ und dabei auf Schritt und Tritt von unzähligen Journalisten beobachtet, das war einfach zu viel des Guten. Ich konnte nicht die Leistung abrufen, die ich wollte und verfehlte mit Rang 13 die Norm des DOSB (Platz 8) deutlich. Das war für mich zwar enttäuschend, doch es gab kein Grund, den Kampf um meine Rehabilitierung nicht weiter voranzutreiben.

Nur einen Tag nach meiner Rückkehr aus den USA entschloss mich zu einem weiteren Schritt in die Offensive:

Update 15.12.2009

Hier gibt’s die Links zu:
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/?em_cnt=2113018&
Hamar Probe 1
Hamar Probe 2
Hamar Probe 3
Werte aus der ISU-Datenbank
Gassmann-Tabelle

Nur sechs Tage später konnte ich schon die ersten Reaktionen auf die Offenlegung der Originalmessprotokolle von der WM in Hamar vermelden:

Update 21.12.2009

Anschließend kam von Seiten der Wissenschaft mehr und mehr Schwung in die Aufklärung meines Falls. Doch bis die endgültige Diagnose folgte, gab es den nächsten juristischen Rückschlag, der gleichzeitig auch einen kleinen Lichtblick (dachte ich jedenfalls) mit sich brachte:

Update 10.02.2010

Fünf Tage später wurde für jedermann deutlich, mit welchen gezinkten Karten, die ISU das Urteil gegen mich durchgeboxt hat.

Update 15.02.2010

Es dauerte allerdings noch fast sechs Wochen, bis auch die Medien (in der Schweiz) endlich die brisante Aussage von Dr. Sottas ausführlich aufgriffen.

Update 27.03.2010

Zwischendurch hatte der Fall auch Ermittlungen der deutschen Behörden nach sich gezogen:

Update 04.03.2010

Weder die staatsanwaltschaftlichen noch die Ermittlungen der Bundespolizei brachten auch nur ein einziges belastendes Indiz gegen mich zum Vorschein – genau so, wie ich es immer prophezeit hatte. Wer sich nichts hat zu schulden kommen lassen, kann durch rechtsstaatliche Ermittlungen nicht belastet werden. So einfach ist das. Mitte August 2010 wurde dann auch folgerichtig das Disziplinarverfahren gegen mich eingestellt. Dass die Ermittler der Bundespolizeiakademie völlig unvoreingenommen ihrer Aufgabe nachgingen, zeigt nicht nur das nackte Ergebnis, sondern auch der insgesamt 35 Seiten starke Abschlussbericht des Disziplinarverfahrens gegen mich. In dem Dokument, datiert vom 7. Juli 2010, wurde nicht nur ein eindeutiges Fazit gezogen, sondern auch das gesamte Sportgerichtsbarkeitsverfahren gegen mich in Frage gestellt:

„Insgesamt ist festzuhalten, dass sämtliche in diesem Vorgang bereits ergangenen sportrechtlichen Entscheidungen inklusive der Beschwerdeentscheidung des Schweizer Bundesgerichtes ein Beweismaß anwendeten, bzw. akzeptieren, das nicht den Anforderungen eines staatlichen Disziplinarverfahrens nach deutschem Recht genügt. Insofern werden die Zweifel an einem Dopingverstoß der Beamtin nicht durch die bisherigen für die Beamtin nachteiligen sportgerichtlichen Entscheidungen ausgeräumt. Im Gegenteil: Die Tatsache, dass eine sportgerichtliche Verurteilung wegen Dopings möglich ist, während eine disziplinarrechtliche Verurteilung scheitert, wirft ihrerseits Zweifel an der Angemessenheit des sportrechtlichen Beweismaßes auf.“

Dem ist eigentlich nicht mehr hinzuzufügen, mit Ausnahme der Tatsache, dass dies die Schweizer Bundesrichter nur mäßig beeindruckte. Sie wiesen am 1. Oktober 2010 auch meinen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens ab. Damit war das Verfahren auf juristischem Wege verloren. Das war um so unverständlicher, wenn man bedenkt, dass ich medizinisch bereits ein gutes halbes Jahr zuvor rehabilitiert worden bin.

Update 11.03.2010

Vier Tage später stellten die Experten der DGHO ihre Ergebnisse in Berlin auf einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. Ein Ereignis, dass mich auf der einen Seite natürlich sehr zufrieden stimmte, auf der anderen Seite aber auch sehr nachdenklich machte.

Update 15.03.2010

Und dennoch ließ ich mich von der öffentlichen Druckwelle weiter treiben. Mein Vater und ich ließen weitere Untersuchungen anstellen, um auch die letzten vereinzelten Kritiker aus dem Kreise der Hämatologen verstummen zu lassen, die sich nach der DGHO-PK noch nicht zu 100 Prozent überzeugt sahen.

Auf meiner Comeback-PK am 8. Februar 2011 wurden die neusten Ergebnisse vorgestellt, die den „Fall Pechstein“ medizinisch endgültig zum Abschluss brachten. Die kompletten Unterlagen können unter dem Link „Gutachten“ im Handout von Prof. Stefan Eber nachgelesen werden.