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Ein Interview, das so nie gefhrt wurde und warum die entsprechenden Fragen von mir hier trotzdem beantwortet werden

14.2.14 17:52
Es ist schon erstaunlich, wie sehr es Journalisten bewegen kann, wenn ich erzhle, dass ich im Krankenhaus war, um meine Blutwerte berprfen zu lassen. Thomas Kistner z.B. scheint dabei regelrecht aufgeschreckt zu sein. Jener Journalist der Sddeutschen Zeitung, der im Zuge meiner Unrechtssperre aus dem Jahr 2009 zahlreiche Artikel verfasst hat und dabei sofern ich mich erinnern kann kein einziges gutes Haar an mir gelassen hat. Er schrieb und schrieb und schrieb ohne auch nur einmal das persnliche Gesprch mit mir gesucht zu haben. Vielleicht unterliefen ihm deshalb so viele handwerkliche Fehler. Mal schrieb er, alle meine Blutwerte seinen normal gewesen auer denen im Februar 2009 in Hamar. Falsch. Mal behauptete er, dass die Werte nach meiner Sperre normal gewesen wren. Falsch. Mal vermutete er, dass es in der ISU-Datenbank keine anderen Sportler mit erhhten Retikulozyten gbe. Wieder falsch! Und last but not least suggerierte er seinen Lesern gerne, dass es nach allgemeiner berzeugung lediglich eine minimale Chance gbe, dass bei mir eine Blutanomalie vorliegen knnte und ich etwas beweisen wolle, was bisher alleine im Fantasiebereich der wissenschaftlichen Welt existiere. Mittlerweile ist bekannt, dass aus der Fantasie Realitt geworden ist. Der Mnchner Professor Stefan Eber hat bei mir eine Blutanomalie diagnostiziert, die mir mein Vater vererbt hat. Seit dieser medizinische Befund vorliegt, der selbst vom ISU-Gutacher Prof. Alberto Zanella besttigt wurde, ist es relativ ruhig geworden um Herrn Kistner. Zumindest was Texte ber mich und mein Blut anbelangt.
Jetzt allerdings scheint sich das ndern zu knnen. Zumindest ist der SZ-Journalist gemeinsam mit seinem Kollegen Ren Hofmann hellhrig geworden, als ich in Sotschi auf einer Pressekonferenz im Deutschen Haus nach meinem 3.000-Meter-Rennen davon erzhlt habe, dass ich eine Woche zuvor im Krankhaus war, um meine Blutwerte checken zu lassen. Und so erhielt der DOSB von der SZ folgende Fragen:

1. Was hat die Untersuchung von Claudia Pechstein in der Poli-Klinik in Sotschi am vergangenen Sonntag letztlich eigentlich ergeben?

2. Wurde bei der Gelegenheit auch die Retikulozytenzahl bestimmt und falls ja, welcher Wert hat sich ergeben?

Der DOSB verwies in seiner Antwort darauf, dass ich am 2. Februar zur weiteren Abklrung einer leichten Erkltung in der Poliklinik des Olympischen Dorfes vorstellig geworden sei. Und dass die durchgefhrten Untersuchungen eine Besttigung der klinischen Verdachtsdiagnose ergeben htten. Weitere Detailinformationen wollte man nicht herausgeben, da die DOSB-Mediziner einer rztlichen Schweigepflicht unterliegen wrden.

Eine Antwort, scheinbar so gar nicht nach dem Geschmack der Herren Hofmann und Kistner, also hakten die beiden nach. Mit einer detaillierten Mail, gerichtet an den leitenden Arzt der deutschen Olympiamannschaft, Dr. Bernd Wolfarth. Zunchst betonen sie darin, dass es ein besonderes ffentliches Interesse an meinem Klinikbesuch so kurz vor Beginn der Spiele gbe. Schlielich zge sich die Vorgeschichte meiner Retikulozytenwerte bereits seit 5 Jahren hin. Im weiteren Fortlauf der Mail wird Unverstndnis darber zum Ausdruck gebracht, dass der DOSB mit Hinweis auf die rztliche Schweigepflicht weitere Ausknfte verweigere. Schlielich sei ich ja stets sehr offensiv und auch ffentlich mit meinen Retikulozytenwerten umgegangen, htte sogar die Werte, die von meinen rzten gemessen worden seien, auf meiner Webseite publiziert. Insofern schaffe es Irritationen, wenn jetzt von Schweigepflicht die Rede sei.

An dieser Stelle mchte ich gerne klar Stellung beziehen: Also ich finde es berhaupt nicht irritierend, dass der DOSB keine medizinischen Informationen ber seine Athleten herausgibt. Ich finde es viel eher irritierend, dass die SZ-Reporter nicht versucht haben, die gewnschten Infos ber mein Management oder mich zu erhalten. Denn letztlich ist dies eine sehr persnliche Angelegenheit, sein Inneres der Auenwelt mitzuteilen. Aber da wir aus meinen Blutwerten nie ein Geheimnis gemacht haben, stellt es fr uns selbstverstndlich kein Problem dar, den Wissensdurst der SZ zu stillen. Auch ganz ohne offizielle Anfrage der SZ selbst.

Also der Reihe nach. Folgend finden sich die Fragen der Herren Kistner und Hofmann an Herrn Dr. Wolfarth, beantwortet von mir.

SZ-Frage: Wurden Ihnen die bei Frau Pechsteins Klinikbesuch in Sotschi/Olympiadorf erhobenen Blutwerte vollumfnglich zugngig gemacht?
Ich: Ja.

SZ-Frage: Wurden auch die Retikulozyten-Werte gemessen? Falls ja, wie waren die Werte?
Ich: Nein zu Frage eins. Frage zwei erbrigt sich damit.

SZ-Frage: Falls weder Ja noch Nein: Weshalb gilt in Sachen Retikulozyten-Werte von Frau Pechstein nur in diesem Fall pltzlich rztliche Schweigepflicht obwohl Frau Pechstein ihre selbst erhobenen Retikulozyten-Werte seit Jahren ffentlich ausstellt und daran sogar Selbstanzeigen knpft?
Ich: Die rztliche Schweigpflicht gilt immer, solange der Patient den behandelnden Arzt nicht davon entbindet. Das gilt fr mich und jeden anderen DOSB-Athleten in Sotschi. brigens auch fr Sie und Ihre Arztbesuche.

SZ-Frage: Ist es korrekt, wenn wir in der weiteren Berichterstattung davon ausgehen, dass der Retikulozyten-Wert ermittelt wurde?
Ich: Nein.

SZ-Frage: Falls Retikulozyten gemessen wurden: Wrden Sie bei einer leichten Infektion (oder Entzndung) die Messung der Retikulozyten anordnen? Falls ja, warum, und geschieht das regelmig bei deutschen Athleten in Fllen leichter Erkltungen?
Ich: Da keine Retikulozyten gemessen wurden, erbrigt sich die Frage.

SZ-Frage: Im Fall einer Infektion/Entzndung bei einer Leistungssportlerin misst man nach unseren Informationen zuerst (neben der Messung eines groen Blutbildes) den Parameter CRP. ber diesen lsst sich der Verlauf einer Infektion/Entzndung ber die Zeit sehr przise verfolgen gerade bei einer Medaillenanwrterin will man sicher wissen, ob sich eine Verschlechterung des Befindens anbahnt, um u.U. eine spezifische Therapie zu veranlassen. Wurde also CRP gemessen?
Ich: Ja.

An diese Stelle htte ich eigentlich die nchste Frage erwartet. Da sie aber nicht gestellt wurde, mache ich das mal selbst.

Frage: Wenn ja, war der Wert erhht und konnte so die klinische Verdachtsdiagnose, die auf eine Erkltung hindeute, besttigt werden?
Ich: Ja. Mein Wert lag um ein Vierfaches ber dem Normalwert.

SZ-Frage: Frau Pechstein sagte bei der Pressekonferenz des deutschen Olympiateams (siehe FAZ/10.2.2014): Ich hatte Probleme mit den Blutwerten und wollte das checken lassen. Die Krankenschwester konnte aber nicht so gut Blut abnehmen, da ist mir nicht so wohl gewesen, sagte die 41-Jhrige bei der Pressekonferenz des deutschen Olympia-Teams. Ging Frau Pechstein in die Poliklinik, weil sie eine leichte Erkltung hatte oder weil sie, wie bei dieser Pressekonferenz geuert, Probleme mit den Blutwerten hatte? Woher wusste Frau Pechstein, dass ihre Blutwerte nicht in Ordnung waren: Lsst sich das erfhlen oder erspren?
Ich: Es ist schon interessant, wie jedes Wort von mir auf die Goldwaage gelegt wird. Also erlutere ich die Situation gerne fr Sie: Ich habe mich unwohl gefhlt. Vergleichbar mit zahlreichen anderen Situationen in meiner langen Karriere, in denen ich eine Erkltung hatte. Hufig hat sich dieses Gefhl dann auch in Problemen mit meinen Blutwerten ausgedrckt. Aufgrund dieser Erfahrungswerte habe ich meine Werte checken lassen, um sicher gehen zu knnen, dass ich tatschlich einen Infekt habe. Dieser wurde dann nicht nur durch den erhhten CRP-Wert, sondern auch durch die grenzwertig hohe Zahl der Leukozyten (weie Blutkrperchen) besttigt. Um den Krankheitsverlauf verfolgen zu knnen, habe ich am nchsten Tag noch einmal meine Werte analysieren lassen. Zwar waren die Probleme mit meinem CRP-Wert unverndert, doch die Zahl der Leukozyten war bereits gesunken und auch mein allgemeines Wohlbefinden hatte sich schon leicht verbessert, sodass ich den Start ber 3.000 Meter in Angriff nehmen konnte.

Hier ist das SZ-Interview beendet und ich erlaube mir noch einige Anmerkungen: Damit sich die SZ-Reporter und jeder andere, der sich dafr interessieren sollte, von der Richtigkeit meiner Antworten berzeugen kann, folgen hier die Links zu den Laborwerten sowohl vom
2. als auch vom 3. Februar 2014:

PDF 1: Laborbericht vom 2. Februar 2014
PDF 2: Laborbericht vom 3. Februar 2014

Abschlieend mchte ich noch drei Dinge anmerken:

1. Auf dieser Webseite habe ich nicht nur die von meinen rzten gemessenen Retiwerte verffentlicht, sondern selbstverstndlich ALLE mir vorliegenden Retiwerte also auch die, die von der NADA bzw. der ISU erhoben wurden. So stammen alle erhhten Retiwerte, die als Grundlage fr meine drei Selbstanzeigen dienten, aus offiziellen Messungen des Weltverbandes.

2. Selbstkritisch mchte ich erwhnen, dass die SZ-Reporter sich mglicherweise gedacht haben, sie knnen sich eine direkt an mich gerichtete Anfrage sparen. Denn als dies das letzte Mal erfolgte, lie ich durch meinen Manager Folgendes ausrichten:

So lange ich fr die in den vergangenen Jahren hufig unsachgerechte und in meinen Augen denunzierende Berichterstattung der Sddeutschen Zeitung ber mich keine Entschuldigung erfahren habe, werde ich keine Interviewanfragen aus Ihrem Hause mehr beantworten.

Da eine solche Entschuldigung bis heute nicht erfolgt ist, sahen die Herren Kistner und Hofmann eine neuerliche Anfrage womglich als vergebene Liebesmhe an.

Mir war es allerdings wichtig, zur Aufklrung des fr die SZ scheinbar sehr wichtigen Sachverhalts meines Klinikbesuches beizutragen, um Spekulationen vorzubeugen. Sofern Herr Kistner nach lngerer Pause gerne mal wieder ber mich und meine Blutwerte schreiben mchte, habe ich angesichts dieser maximalen Transparenz die Hoffnung nicht aufgegeben, von ihm eine ausgewogene Berichterstattung in der SZ zu lesen zu bekommen. Aus diesem Grunde hat der DOSB den SZ-Reportern einen Hinweis auf diese Darstellung hier auf meiner Webseite gegeben.

3. In diesem Zusammenhang mchte ich darauf hinweisen, dass ich whrend meiner Anwesenheit in Sotschi bereits vier Urin- und fnf Blutproben (eine davon am 30. Januar 2014, also drei Tage vor meinem Klinikbesuch und eine andere am 4. Februar 2014, also zwei Tage nach dem Klinikbesuch) abgeben musste und ich davon ausgehe, dass bei der Analyse der Blutproben auch jedes Mal meine Retikulozyten gemessen wurden. Wie immer werde ich diese Werte hier auf meiner Webseite in die tabellarische Auflistung einpflegen, sofern mir die Ergebnisse ber das Adamssystem zugnglich gemacht werden.

Claudia Pechstein,
14. Februar 2014

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