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Keine Teilnahme an der Mehrkampf-WM: Erst Probleme lsen, dann Sport treiben

17.3.14 13:39
Als ich am Samstag in der Thialf-Halle auf dem Siegerpodest stand und den Silberteller fr Platz 2 im Gesamtweltcup ber 3.000 und 5.000 Meter in Empfang nehmen durfte, war ich fr einen Moment ganz bei mir und glcklich darber, was ich in dieser Saison geleistet habe. Zwei Weltcupsiege ber 3.000 Meter und im Massenstart, dreimal Zweite, zweimal Deutsche Meisterin, mit Platz vier und fnf beste deutsche Luferin bei Olympia und jetzt auch noch Platz zwei in der Gesamtwertung des Langestreckenweltcups. Es macht mich stolz, mit ber 42 Jahren noch immer zu solchen Leistungen fhig zu sein. Als ich 1992 meine erste Olympiamedaille gewann, lernte Yvonne Nauta, die bei der Siegerehrung am Samstag als Drittplatzierte mit mir auf dem Podium stand, gerade mal das Laufen!

Selbst wenn man die zwei Jahre meiner Karriere abzieht, die mir die ISU durch die Unrechtssperre gestohlen hat, mische ich mittlerweile zwei Jahrzehnte lang in der Weltspitze mit. Und wohl noch nie war meine Zukunft auf dem Eis ungewisser denn je. Lange Zeit musste und konnte ich einiges ausblenden, um das Ziel Olympia nicht aus den Augen zu verlieren. Aber in den beiden 3.000-Meter-Rennen nach den Spielen von Sotschi konnte ich keinen Schritt vor den anderen setzen, ohne darber nachzudenken, wie es jetzt eigentlich weiter gehen soll. Mit wem werde ich trainieren? Wo werde ich trainieren? Hat der Verband noch gengend Geld, um professionelle Voraussetzungen bieten zu knnen? Lassen sich Polizeidienst und Sport weiterhin vereinbaren?

Wahnsinn, dass einem diese Fragen whrend eines Rennens durch den Kopf schieen. Bislang war ich immer ganz gut in der Lage gewesen, solche Dinge auszublenden. Aber die derzeitige Situation macht es selbst mir unmglich, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und meine bestmgliche Leistung abzurufen. Von daher habe ich eine Entscheidung fr die anstehende Mehrkampf-WM getroffen. Und die lautet:

Erst Probleme lsen, dann Sport treiben!

Deshalb werde ich am kommenden Wochenende nicht in Heerenveen starten, sondern zunchst Klarheit ber meine sportliche Zukunft schaffen. Ich habe schon in Sotschi betont, dass ich weiterlaufen werde. Solange ich gesund bleibe, motiviert und schnell genug bin, sogar bis zu den Spielen in Pyeongchang 2018. Doch dafr mssen auch die Voraussetzungen und das Umfeld stimmen. Ich war immer bereit, Verantwortung zu tragen. Daran hat sich nichts gendert. Aber es kann und darf nicht sein, dass alle meinen: Die Alte wirds schon richten.

Nicht selten habe ich whrend der vergangenen Jahre Kommentare gehrt und gelesen, ich solle Platz fr Jngere machen und damit anderen eine Chance geben. Am Wochenende bei der WM in Heerenveen ermglicht mein Verzicht nun dem Nachwuchs, internationale Erfahrung zu sammeln. Ich bin sehr gespannt, wer diese Chance beim Schopfe packt und die deutschen Fahnen im Eisschnelllauf-Mekka vertreten wird.

Ich werde mich mit meinem Team ab sofort um die Klrung der zukunftsweisenden Fragen bemhen. Das wird schwierig genug. Aber aufgeben war noch nie mein Ding. Deshalb bin ich auch berzeugt davon, dass unter Mithilfe aller Beteiligten eine Lsung gefunden wird, die es mir ermglicht, in den kommenden Jahren fr Deutschland weiterhin Top-Leistungen abliefern zu knnen. Das deutsche Eisschnelllaufen macht momentan eine schwierige Zeit durch. Fr alle, die diesen Sport lieben, ist es eine Herausforderung, aus dem Tal der Trnen wieder herauszukommen. Ich bin bereit, mit meiner Erfahrung dazu beizutragen, dass wir wieder bessere Zeiten erleben werden.

In diesem Sinne, bleibt mir gewogen,
Eure Claudia

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