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Meine Kolumne fr die Sport Bild: Behandelt uns geflligst fair

21.1.15 07:14
Deutschlands Spitzensportler sind auch juristisch gesehen ab sofort keine Brger zweiter Klasse mehr. Das ist die zentrale Aussage des Pechstein-Urteils, dass das OLG Mnchen am Donnerstag, 15. Januar 2015 um Punkt 9.00 Uhr verkndet hat. Wie jeder andere Bundesbrger knnen auch wir Athleten jetzt vor ein deutsches Gericht ziehen, wenn wir um unser Recht kmpfen wollen.

Da msste eigentlich jeder, der ein gesundes Verstndnis von Gerechtigkeit hat, zustimmend nicken, wenn er schon nicht laut Beifall klatschen mchte. Doch es gibt in diesem Land tatschlich einige unverbesserliche Lobbyisten, die meinen, ich htte dem Sport einen Brendienst erwiesen. Sie erklren in aller ffentlichkeit, es sei besser, man wrde uns Sportler weiterhin per Unterschrift dazu zwingen knnen, ein dubioses, undurchsichtiges auslndische Sportgericht zu akzeptieren. Auch dann, wenn es um Rechtsfragen geht, die unsere Existenz bedrohen. Und um dieser Dummdreistigkeit die Krone aufzusetzen, behaupten sie auch noch, das msse in unserem Interesse sein, weil ein solches Sportschiedsgericht das Beste fr die Sportler sei.

Hallo! Gehts noch?

Jeder, der einen solchen Bldsinn von sich gibt, ganz gleich ob es Rechtsgelehrte wie die Professoren Martin Nolte, Christian Schickhardt oder der ISU-Anwalt Dr. Dirk-Reiner Martens sind, sollte sich mal fragen, ob er immer noch der gleichen Meinung wre wenn er
1. als Unschuldiger ohne Beweis nur aufgrund von Vermutungen verurteilt worden wre?
2. durch dieses Fehlurteil in aller ffentlichkeit als Betrger bezeichnet worden wre?
3. zwei Jahre lang seinen Beruf htte nicht mehr ausben drfen?
4. selbst dann keine Chance zur Wiederaufnahme seines Verfahrens bekommen htte als sogar der Beweis fr seine Unschuld gefunden war?
5. als Folge dieses Unrechts sein ganzes Vermgen verloren htte?

Nolte, Schickhardt, Martes und Co. sind fr mich nichts anderes als jahrelange Profiteure eines Unfairsystems, die versuchen, ihre Besitzstnde zu wahren. Besonders lcherlich wird es, wenn ausgerechnet sie es sind, die pltzlich einstimmen in den Chor jener, die Reformen beim CAS fr sinnvoll erachten. Da fllt mir gleich eine alte Weisheit ein: Wenn Du einen Sumpf trocken legen willst, solltest du nicht die Frsche fragen!

Die Auseinandersetzung mit diesen Sportrechtsfrschen hat mich kampfeslustig gemacht. Deshalb sollten sie eines nie vergessen: Ohne uns Athleten geht es im Sport nicht. Also behandelt uns geflligst fair, mndig und gerecht. Niemand hat es etwas gegen Schiedsgerichte, die haben sich an anderer Stelle durchaus bewhrt. Auch ich wrde FREIWILLIG eine Schiedsvereinbarung unterschreiben, wenn sichergestellt ist, dass ich vor dem Sportgericht die gleichen Rechte habe, wie vor einem ordentlichen staatlichen Gericht.

Aber es darf z. B. nicht sein, dass bei Verhandlungen hinter verschlossen Tren gemauschelt werden kann und die ffentlichkeit ausgesperrt wird. Es darf auch nicht sein, dass alle Richter in einem von den Verbnden bestimmten Vorauswahlverfahren festgelegt werden. Und vor allem darf es nicht sein, dass Existenzen aufgrund von Wahrscheinlichkeitsrechnungen der Richter zerstrt werden knnen.

Auch vor einem Sportschiedsgericht mssen Beweise ber Schuld oder Unschuld entscheiden. Oder Indizien, die ber jeden vernnftigen Restzweifel erhaben sind.

So lange diese Punkte nicht gewhrleistet sind, muss es fr uns Sportler in existenziellen Fragen mglich sein, ein ordentliches Gericht anzurufen. Das ist unser Grundrecht. Und kann uns auch nicht durch die Hintertr verwehrt werden, die da Anti-Doping-Gesetz Paragraph 11 (Begrndung) heit. Ich war immer fr ein solches Gesetz, aber wenn es in Sachen Schiedsklausel unsere Grundrechte verletzt, werde ich auch dagegen juristisch vorgehen. Und ich bin mir sicher, dass sich diesmal noch andere Athleten anschlieen werden.

An diesem Punkt sind jetzt die wichtigsten Funktionre des Sports gefragt. Der DOSB hat unter der Fhrung des neuen Prsidenten Alfons Hrmann dankenswerter Weise bereits wichtige Reformideen beim CAS eingereicht. Aber auch Hrmanns Vorgnger, Dr. Thomas Bach, ist jetzt in der Pflicht. In seiner neuen Funktion als IOC-Prsident hat er alle Mglichkeiten, sich um die Rechte aller Athleten verdient zu machen. Dass es hchste Zeit dafr ist, hat das Pechstein-Urteil des OLG Mnchen mehr als deutlich gemacht hat.

Zu guter Letzt mchte ich allen Schlaumeiern, inklusive den Anwlten der ISU, noch eines mit auf den Weg geben: Es ist zwar richtig, dass das OLG Mnchen sich bislang zu der Frage, ob ich gedopt habe oder nicht, noch nicht geuert hat. Die Antwort kennt mittlerweile allerdings jeder, der sich mit den Fakten meines Falls beschftigt hat. Und fr die, die sich immer noch nicht eingestehen wollen, dass sie mit meiner
(Vor-)Verurteilung einen folgenschweren Fehler begangen haben, wird es die Antwort auf diese Frage am Ende meines Prozessmarathons auch noch einmal hchstrichterlich geben. Ich freue mich schon jetzt auf diesen Tag.

PS: Vielen Dank an SPORT BILD, dass ich hier die Sicht meiner Dinge so ausfhrlich darlegen konnte.

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