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Aktualisierte Fassung: Werde auf die neuerliche Schlammschlacht mit einer Strafanzeige reagieren

2.2.12 12:45
Mich hat sehr schockiert, dass Journalisten wie Hajo Seppelt und Uli Loke in der ARD, einer ffentlich-rechtlichen TV-Anstalt, meinen und die Namen anderer Athleten ohne Beweis in den Schmutz ziehen drfen. Als die Sportschau mir per Mail Fragen zum ehemaligen Arzt des Erfurter Olympiasttzpunkts, Andreas Franke, gestellt hat, habe ich wie folgt geantwortet:

Wie ja bereits bekannt ist, bin ich weder Betroffene der staatsanwaltlichen Ermittlungen noch der daraus resultierenden Verfahren der NADA. Von daher bitte ich um Verstndnis, dass ich mich im Rahmen von Verfahren, die sich zum Teil gegen eine meiner Teamkolleginnen richten, nicht uern werde. Darber hinaus mchte ich einmal mehr betonen, dass ich whrend meiner gesamten Karriere niemals gedopt, niemals zu unerlaubten Mitteln oder Methoden gegriffen habe. Ich bitte darum, dies anlsslich einer etwaigen Berichterstattung zu bercksichtigen und alles zu vermeiden, einen anderen Eindruck zu erwecken.

Jeder, der den Beitrag gesehen und auch die anschlieende Berichterstattung in den Zeitungen, im Hrfunk oder im Internet verfolgt hat, wird mir Recht geben, dass meine Bitte nicht bercksichtigt und sehr wohl der Eindruck vermittelt wurde, ich htte etwas Verbotenes getan. Neue Vorwrfe gegen Pechstein oder Pechstein wieder im Visier der Dopingfahnder sind nur zwei von zahlreichen Schlagzeilen, die dem Seppelt-Film folgten und mich zum zweiten Mal grundlos und ohne Beweis an den Dopingpranger stellen.

Was ist eigentlich passiert, um bei den Hexenjgern wieder das Jagdfieber auszulsen? Hajo Seppelt und seine Getreuen haben in der ARD ein Blatt Papier gezeigt, auf dem einige unkenntlich gemachten Buchstaben, Wrter und Jahreszahlen standen. Diese Liste soll Informationen ber Athleten beinhalten, die angeblich Patienten beim ehemaligen Arzt des Erfurter Olympiasttzpunkts, Andreas Franke, waren. Aus dieser Liste wurden dann filmisch einige Namen geschrft und von Hajo Seppelt vorgelesen. Und anschlieend ist die gesamte Republik in Aufruhr und spricht davon, dass auf den deutschen Sport ein Riesendopingskandal zurollt. Wenn es nicht so traurig wre, msste man eigentlich darber lachen. Niemand kommt auf die Idee zu hinterfragen, welche Infos beinhaltet die Liste genau? Woher kommt die Liste? Wer hat sie angefertigt? Ist sie berhaupt authentisch? Anti-Dopingguru Seppelt spricht und die Republik ist in Aufruhr. Ist das nicht der gleiche Seppelt, der vor einigen Jahren Deutschlands Biathlon- und Skilanglauf-Elite mit sterreichischen Blutbanken in Verbindung brachte und damit eine der grten Enten in der deutschen Dopingberichterstattung landen lie?

Jetzt suggeriert er auf unverantwortliche Art und Weise, dass die auf seiner ominsen Liste stehenden Sportler sich bei Dr. Franke einer verbotenen UV-Bestrahlung ihres Blutes unterzogen htten. Als Beweis dafr fhrt er die Verbotsliste der Welt-Anti-Dopingagentur (WADA) aus dem Jahr 2005 an, die jegliche Infusionen untersagt. Nur leider vergisst Seppelt zu erwhnen, dass bei einer UV-Bestrahlung des Blutes wie in Erfurt von Andreas Franke praktiziert berhaupt keine Infusion stattfindet. Und dies gilt natrlich vllig unabhngig davon, ob die von Seppelt genannten Athleten die UV-Bestrahlung ihres Blutes berhaupt in Anspruch genommen haben.

*Von daher war es aus meiner Sicht uerst wichtig, dass der IOC-Vizeprsident und DOSB-Prsident, Dr. Thomas Bach, bereits am 18. Januar 2012 also noch vor dem Seppelt-Beitrag zu den aktuellen Ermittlungen in Erfurt Stellung genommen hat. In einem Interview fr die ARD-Radios wurde Dr. Thomas Bach folgende Frage gestellt: Zu den aktuellen Ermittlungen: Wie ist die Haltung des IOC zu dieser speziellen Methode, Blut zu entnehmen, mit UV-Licht zu bestrahlen wie ist die Haltung des IOC dazu? Die Antwort von Dr. Thomas Bach ebenfalls im Wortlaut: Fr das IOC gilt der WADA-Code, den wir angenommen haben und respektieren. Und der besagt in aller Klarheit, dass derartige Methoden seit dem 1. Januar 2011 verboten sind. Damit ist der Fall fr mich klarer, wie er klarer nicht sein kann. Denn warum sollte Dr. Thomas Bach erklren, dass derartige Methoden seit dem 1. Januar 2011 verboten sind, wenn dies bereits wie von Seppelt behauptet vor diesem Datum der Fall gewesen wre?**

Vielleicht wei Seppelt ja mehr als Dr. Bach, der gleichzeitig auch noch Vorsitzender der IOC-Rechtskommission ist. Den Beweis dafr ist er aber bislang schuldig geblieben. Da Seppelt dennoch in seinem Beitrag den Eindruck erweckt, ich htte etwas Verbotenes getan, habe ich meine Anwlte beauftragt, eine Strafanzeige gegen ihn und die beteiligten Autoren des ARD-Beitrages vorzubereiten, schlielich wird mir in dem Beitrag unterstellt, ich htte gegen die Anti-Doping-Bestimmungen verstoen, was definitiv in meiner gesamten Karriere niemals der Fall war.

Ich habe mittlerweile den Eindruck gewonnen, dass sich Seppelt selbst schon wieder auf dem strategischen Rckzug befindet, denn gegenber MDR aktuell rumte er am 30. Januar 2012 im TV ein: Es ist nicht das klassische Blutdoping, das kann man also nicht sagen.
Vor allem kann man aber eines sagen (und jetzt mache ich es mal wie all die investigativen Enthllungsjournalisten das wei ich aus sicherer Quelle): Die NADA hat Kenntnis davon, dass die WADA noch im Jahr 2010 besttigt hat, dass die UV-Behandlung von Blut nicht verboten ist, sofern die behandelte Blutmenge nicht grer ist als 50 ml.

Von daher appelliere ich noch einmal an alle, objektiv an die Sache heranzugehen und sich an die Fakten zu halten. Ich habe schon einmal erleben mssen, was es bedeutet, denunziert zu werden; es gab eine Menge Journalisten, die sich auf die Seite der ISU-Betrger gestellt, meine Ehre geschndet und bereits das Ende meiner Karriere besungen haben. Durch das Fehlurteil der Sportgerichtsbarkeit habe ich Sponsoren und meine Sportfrderung verloren. Ich musste sogar meine komplette Familie in die rztlichen Untersuchungen mit einbeziehen, um meine Unschuld zu beweisen. Erst so konnte festgestellt werden, dass eine von meinem Vater vererbte Blutanomalie fr meine schwankenden Retikulozyten verantwortlich ist.

Im Zuge dieses ganzen Falls wurde ein disziplinarrechtliches Ermittlungsverfahren der Bundespolizei gegen mich eingeleitet. Zudem gab es staatsanwaltliche Ermittlungen gegen Unbekannt, um die angeblichen Hintermnner in meinem vermeintlichen Dopingfall aufzudecken. Aus diesem Grund wurde mein Haus durchsucht, meine Telefone abgehrt, meine E-Mails heimlich mitgelesen, meine Privatunterlagen durchleuchtet und mein Konto gecheckt. Wie viele Eingriffe in meine Privatsphre muss ich noch ertragen? Wie oft sollen mein Grundrechte noch verletzt werden?

Der Vollstndigkeit halber mchte ich noch einmal erwhnen, dass alle Verfahren ergebnislos eingestellt wurden. Und weder das sportrechtliche Fehlurteil gegen mich, noch die damit verbundene Hetzjagd der ffentlichkeit haben mich gebrochen. Im Gegenteil:
Ich bin gestrkt daraus hervorgegangen. Heute wei jeder, der eins und eins zusammenzhlen kann, dass ich 2009 zu Unrecht gesperrt wurde. Auch diesmal werde ich die Schlammschlacht berstehen. Denn ich habe in meiner langen Karriere, in der ich zu Deutschlands erfolgreichster Winterolympionikin geworden bin, nie unerlaubte Mittel genommen oder unerlaubte Methoden angewandt. Ich habe mich stets an alle Regeln gehalten. Leider kann das von einigen Journalisten nicht behauptet werden. Schade, dass die, die nachweislich falsch berichten, nicht mit einer Sperre, sprich mit einem zeitweiligen Berufsverbot, belegt werden knnen. Dann wrden sie ihrer Arbeit wahrscheinlich etwas sorgsamer nachgehen...

Claudia Pechstein,
Dienstag, 31. Januar 2012
*...** Diese Passage ist am 2. Februar nach einem Telefonat vom gleichen Tag zwischen meinem Manager Ralf Grengel und dem DOSB-Pressesprecher Christian Klaue aktualisiert worden, nachdem Herr Klaue Wert darauf gelegt hat, klarzustellen, dass die Aussage Dr. Bachs nicht vom 30. Januar 2012 (dies war der Ausstrahlungstermin im MDR), sondern bereits am 18. Januar 2012 stammt. Fr mich stellt sich jetzt folgende Frage: Warum war die Aussage von Dr. Thomas Bach gegenber den ARD-Radios nicht Bestandteil des Beitrags von ARD-TV-Mann Seppelt? Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die Sportschau-Zuschauer gern erfahren htten, dass und vor allem wie sich der Prsident des Deutschen Olympischen Sportbundes zu diesem Thema bereits geuert hatte.

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