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Team Pechstein deckt auf: WADA erklrte der NADA noch 2010, dass die UV-Bestrahlung von Blut kein Doping darstellt!

4.2.12 15:22
Mir schwillt echt der Kamm: Tagelang habe ich mir das Treiben in den deutschen Medien, das Heraufbeschwren eines angebliches riesigen Dopingskandals in Deutschland und das scheinbare Aufklrungsgehabe der NADA-Funktionre angeschaut.

Jetzt ist Schluss damit. Schluss damit, den Sport in Deutschland in den Schmutz zu ziehen, Spitzen- und Nachwuchsathleten ohne Beweis an den Pranger zu stellen und des Dopings zu beschuldigen. Die ganze sogenannte Causa Erfurt konnte in meinen Augen lediglich zu einem solch gewaltigen Thema hochstilisiert werden, weil die NADA versagt hat. Insbesondere der Justiziar und NADA-Vorstand Dr. Lars Mortsiefer hat dem Ansehen des deutschen Sports hierzulande, aber auch international schweren Schaden zugefgt und wird dafr die Verantwortung tragen mssen.

Aber der Reihe nach: Die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland, eine Stiftung des Brgerlichen Rechts, hat durch eine damalige Mitarbeiterin der medizinischen Abteilung im Januar 2010 (!) eine Anfrage an die WADA gestellt und darin explizit nach einer Einschtzung zur UV-Behandlung von Eigenblut gefragt. Die Antwort des Research Managers der Welt Anti Doping Agentur lautete wie folgt: Dieses Thema wurde diskutiert und zu diesem Zeitpunkt haben wir keinen Grund zu glauben, dass dies und hnliche Methoden Doping darstellen so lange sie keine verbotenen Substanzen injizieren und solange sie keine Mengen von mehr als 50 ml reinjizieren.

Damit ist alles gesagt, aber ich wiederhole es fr die Denunzianten in diesem Land gerne noch einmal: Die Welt Anti Doping Agentur hat ihren deutschen Kollegen der NADA im Januar 2010 schriftlich mitgeteilt, dass es keinen Grund gibt, die laut ARD-Sportschau-Bericht vom 29. Januar 2012 angeblich seit 2005 verbotene Methode der UV-Bestrahlung von Blut als Doping darzustellen.

Damit ist der Sachverhalt geklrt. Da die WADA erstmals wieder im Jahre 2011 ein neues Regelwerk eingefhrt hat, knnen von den angeblich 30 Fllen der UV-Bestrahlung in Erfurt maximal die verboten gewesen sein, die nach dem 1. Januar 2011 festgehalten wurden. Doch bei dieser nchternen Feststellung allein kann es ja nicht bleiben. Denn es drngen sich sicherlich nicht nur fr mich gleich mehrere Fragen auf.

Zunchst einmal: Wieso, bitteschn, hat Dr. Lars Mortsiefer am 19. April 2011, als er von Dr. Bernd Wolfarth, Mitglied der medizinischen NADA-Kommission, per Mail an die WADA-Aussage von 2010 erinnert wurde, nicht klipp und klar Stellung bezogen und dem Spuk ein Ende bereitet? Warum hat er gegenber den Ermittlern der Staatsanwaltschaft Erfurt nicht deutlich gemacht, dass nach Einschtzung der WADA die ins Visier der Fahnder geratene UV-Behandlung von Blut vor dem 1. Januar 2011 zulssig war?
Warum hat der NADA-Vorstand sich nicht einfach an die Ziele und Aufgaben seines Arbeitgebers gehalten? Denn dort ist unter anderem festgehalten, dass zu den Kernaufgaben der NADA die Umsetzung des WADA-Codes in den NADA-Code zhlt und die NADA-Arbeit helfen soll, fr alle Beteiligten Kosten einzusparen.

Wenn man sich dies vor Augen fhrt, ist es meiner Meinung nach geradezu absurd, was Mortsiefer tat, nachdem er die Mail von Dr. Wolfarth erhalten hatte. Er schrieb der WADA-Justiziarin nmlich sechs Tage spter, am 25. April 2011, eine E-Mail, in der er zunchst einrumt, dass die NADA bereits ein gutes Jahr zuvor (15. Mrz 2010) das Thema noch einmal aufgegriffen htte und nun, so knnte man es zumindest interpretieren, quasi darum bettelt, die WADA mge sich ihre Einschtzung von Januar 2010 doch noch einmal berlegen. Das muss man sich einmal vorstellen: Die NADA hat seit der WADA-Erklrung scheinbar 13 Monate die Hnde in den Scho gelegt, und dann schreibt der NADA-Vorstand Dr. Mortsiefer eine solch widerwrtige, gefhlte Bettelmail.

Entschuldigung, aber wie bld muss man sein, zu glauben, eine andere, neue Bewertung der UV-Behandlung knne tatschlich dazu genutzt werden, den betroffenen Athleten einen Strick daraus zu drehen? Wie sollte ein Athlet, ein Funktionr oder ein Mediziner im Jahre 2010 oder frher davon ausgehen, dass die UV-Bestrahlung von Blut verboten sein knnte, wenn selbst die WADA die Methode nicht beanstandet hat? Glaubt oder glaubte Mortsiefer tatschlich, ein Meinungsumschwung knne fr eine Welle von Verfahren und Verurteilungen sorgen?

Als mir mein Lebenspartner Matthias Groe und mein Manager Ralf Grengel die oben erwhnten E-Mails von Dr. Wolfarth und Dr. Mortsiefer gezeigt haben, konnte ich kaum glauben, was dort zu lesen stand. Aber es ist tatschlich so. Die Wahrheit kann echt grausam und gruselig sein. Ich behaupte ja bereits seit Jahren, dass es im Sport nicht nur einen Dopingsumpf, sondern auch einen Anti-Dopingsumpf gibt. Verstrickt darin sind so einige Funktionre und auch so mancher Journalist. Durch diese Vorflle bei der NADA fhle ich mich einmal mehr besttigt. Von daher mchte ich unserem Informanten groen Dank sagen, der uns die Unterlagen zur Verfgung gestellt hat, weil er wusste und wollte, dass damit der Hexenjagd auf deutsche Sportler ein Ende gesetzt werden kann.

Von einigen sogenannten investigativen Enthllungsjournalisten bin ich es ja nicht anders gewohnt, dass sie das Ziel verfolgen, ber Deutschlands Sportler zu richten und sie am besten gleich zu vernichten, in dem man sie voreilig als Dopingsnder abstempelt. Vllig egal, ob es tatschlich Beweise gibt oder nicht. Jeder, der diese Zeilen liest, wei, dass wohl niemand dies so brutal am eigenen Leibe erfahren musste wie ich. Deshalb bin ich sehr stolz und froh darber, dass es ausgerechnet uns, dem Team Pechstein, gelungen ist, fr die Aufklrung zu sorgen, die man eigentlich durch eine grndliche Recherche von anderer Stelle htte erwarten drfen. Aber, liebe Hexenjger dort drauen, macht Euch nichts draus. Neben dem Schlittschuhlaufen serviere ich Euch gerne nebenbei auch noch die wichtigsten Infos, die Ihr zur Aufklrung in der Causa Erfurt nutzen knnt. Ganz unabhngig davon, ob die von Euch namentlich genannten Athleten die UV-Bestrahlung berhaupt erhalten haben oder nicht.

Ich bin brigens aus sicherer Quelle auch darber informiert, dass die DOSB-Spitze sptestens seit einem informellen Gesprch am Freitag, 3. Februar 2012, ber die Existenz der erwhnten E-Mails und ber deren Inhalt Kenntnis erlangt hat. Aus diesem Grunde bin ich mir sicher, dass sich auch DOSB-Prsident Dr. Thomas Bach mehr denn je in seiner Einschtzung besttigt fhlt, die er bereits am 18. Januar 2012 in einem Interview fr die ARD-Radios sehr deutlich formulierte: Fr das IOC gilt der WADA-Code, den wir angenommen haben und respektieren. Und der besagt in aller Klarheit, dass derartige Methoden seit dem 1. Januar 2011 verboten sind. Mal unter uns: Warum auch sollte der IOC-Vizeprsident und wichtigste Sportfunktionr der Bundesrepublik erklren, dass derartige Methoden seit dem 1. Januar 2011 verboten sind, wenn dies bereits wie von einigen Journalisten und Medien behauptet vor diesem Datum der Fall gewesen wre?

Fakt ist, dass einer dieser Journalisten, der Mann, der vor einigen Jahren schon Deutschlands Biathlon- und Skilanglauf-Elite mit sterreichischen Blutbanken in Verbindung brachte und damit eine der grten Enten in der deutschen Dopingberichterstattung landen lie, diesmal erneut bewusst oder unbewusst eine falsche Fhrte gelegt hat. Hajo Seppelt hat den deutschen Sport, zahlreiche meiner Kollegen und auch mich ffentlich an den Pranger gestellt und uns groen Schaden zugefgt hat. Drei Tage nach dem in meinen Augen schndlichen Sportschaubeitrag habe ich von einem WDR-Kollegen Seppelts eine Interviewanfrage erhalten. Ich habe durch meinen Manager antworten lassen, dass ich mich von Seppelt und Co. denunziert fhle und erst wieder fr ein Interview zur Verfgung stehe, wenn es eine angemessene ffentliche Entschuldigung gegeben hat. Gleiches gilt brigens fr die Medien und Journalisten, die sich der Seppelt-Berichterstattung angeschlossen und in die gleiche Kerbe geschlagen haben. Spart Euch allesamt Eure Interviewanfragen, sofern Ihr Euch nicht entschuldigt habt. Und zwar nicht nur bei mir, sondern auch bei allen anderen Sportlern, die verleumdet und zu Unrecht des Dopings bezichtigt wurden.

Ich vermute zwar, dass die Hartmanns, Burkerts, Vlkers etc., allesamt entrckt in eine ganz eigene (Journalisten-)Welt, eher die Berichterstattung einstellen wrden, als sich zu entschuldigen. Aber vielleicht gelingt ihnen diesmal wenigstens eine Berichterstattung, die sich an den Fakten orientiert und den Skandal, den die NADA intern produziert und zu verantworten hat, offen zu legen. Das wre ja schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung...

Im Sport gibt es Regeln. Ich betone noch einmal, dass ich mich immer an alle Regeln gehalten, nie etwas Verbotenes getan habe. Leider gibt es fr Journalisten scheinbar kein Regelwerk, vor allem keines, das mit dem im Sport gleichzusetzen ist. Denn wenn es ein solches gbe, dann msste man meiner Meinung nach gegen Hajo Seppelt als Wiederholungstter jetzt ein signifikantes Berufsverbot aussprechen.

Claudia Pechstein,
4. Februar 2012

PS: Selbstverstndlich mchte ich den Beweis fr meine aufgestellten Behauptungen nicht schuldig bleiben. Folgend gibt es sowohl die zitierte Mail von Dr. Wolfarth als auch die Mail von Dr. Mortsiefer als PDF-Datei.

Mail von Dr. Bernd Wolfarth vom 19. April 2011
Mail von Dr. Lars Mortsiefer vom 25. April 2011




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