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Offener Brief an die SPD: Mein "Nein zur Einladung 150 Jahre Sozialdemokratie"

2.5.13 16:34
Sehr geehrter Herr Parteivorsitzender Sigmar Gabriel, sehr geehrte Frau Generalsekretrin Andrea Nahles, sehr geehrte Frau Schatzmeisterin Barbara Hendricks,

herzlichen Dank fr Ihre, mich sehr berraschende Einladung zu Ihrem Festakt 150 Jahre Sozialdemokratie am 23.05.2013 in Leipzig.

Als Deutschlands erfolgreichste Winterolympionikin und zweimalige Trgerin der deutschen Fahne bei Olympischen Spielen wre es mir eine groe Ehre und Freude gewesen, als Gast dabei sein zu knnen.

Doch dann msste ich die bisherige, fr mich unfassbare Haltung der verantwortlichen SPD-Vertreter im Kampf um meine vollstndige Rehabilitierung akzeptieren oder zumindest dulden. Doch weder das eine noch das andere ziehe ich in Betracht. Vielmehr mchte ich betonen, dass es mich unglaublich wtend macht, dass bislang niemand von den SPD-Sportausschussmitgliedern den an mir verbten Betrug im Zuge meiner Verurteilung wegen angeblichen Dopings ffentlich kritisiert hat. Stattdessen haben mich Ihre SPD-Abgeordneten und -Mitglieder Dagmar Freitag und Martin Gerster wiederholt ffentlich verunglimpft und meinen Ruf geschdigt. Sie haben meine Verurteilung durch ein Sportschiedsgericht begrt, obwohl es keinen Beweis fr meine Schuld gab. Sie haben das Grundrecht eines jeden Bundesbrgers in dubio pro reo missachtet und meinen Rauswurf aus der Sportfrderung des BMI auch dann noch verteidigt, als ich in einem rechtsstaatlichen Verfahren lngst freigesprochen war. Ich wei nicht, ob Sie, sehr geehrte Einladende, nachvollziehen knnen, dass eine solch ignorante Haltung wtend macht. Mich macht sie sogar so wtend, dass ich mein NEIN zu Ihrer Einladung ffentlich mache.

Ihre beiden wortfhrenden Sportausschussmitglieder haben sich noch immer nicht den rechtsstaatlich ermittelten Fakten in meinem Fall zugewandt und weigern sich bis heute, eine offene, ehrliche und sachgerechte Diskussion in der CAUSA Pechstein zu fhren. All dies ist fr mich als Bundespolizistin, der in ihrer Ausbildung ein besonderes Gefhl fr Recht und Gerechtigkeit vermittelt wurde, in keiner Weise akzeptabel und hinnehmbar.

Wie Sie sicherlich wissen, ist mittlerweile lngst geklrt, dass die (brigens noch heute) schwankenden und teilweise erhhten Retikulozytenwerte in meinem Blut, die als einziges Indiz fr meine zweijhrige Sperre herhalten mussten, durch eine mir von meinem Vater vererbte Blutanomalie hervorgerufen werden. Diese medizinische Diagnose hat Deutschlands fhrender Hmatologe auf diesem Gebiet, der Mnchner Prof. Dr. Stefan Eber, in Zusammenarbeit mit seiner Ulmer Kollegin Prof. Dr. Elisabeth Kohne gestellt. Diese Diagnose wird mittlerweile von keinem Experten der Hmatologie mehr angezweifelt. Im Gegenteil: Selbst der Gutachter des Eisschnelllauf-Weltverbandes ISU, der Italiener Prof. Dr. Alberto Zanella, hat sie besttigt. Schon bevor dieser medizinische Befund vorlag, wurde das Disziplinarverfahren der Bundespolizei eingestellt, welches nach dem Fehlurteil des Sportschiedsgerichtes CAS gegen mich eingeleitet wurde. Begrndung fr die Einstellung: Es gibt keinen Beweis fr ein Dopingvergehen! Wre es unter diesen Vorzeichen nicht Aufgabe ihrer Sportausschuss-Mitglieder Freitag und Gerster gewesen, sich fr die auch mir zustehenden Grundrechte gem unserer Verfassung und fr die Einhaltung der in meinem Fall grob verletzten Menschenrechte einzusetzen? Doch was haben Ihre beiden Abgeordneten und Parteimitglieder stattdessen gemacht?

Dazu eine kleine Anekdote aus dem Leben dieser angeblichen Volksvertreter:

Die mehrmaligen telefonischen Versuche meines Lebenspartners Matthias Groe mit den beiden ein klrendes Gesprch zur CAUSA Pechstein zu fhren, wurden von den Bromitarbeitern abgeblockt. Obwohl mein Partner mit den beiden Abgeordneten bis heute noch nicht einmal gesprochen hat, haben beide sich beim damaligen Innenminister de Maizire dahingehend beschwert, dass sie sich von meinem Partner bedroht fhlten. Mein Lebenspartner wurde daraufhin angeblich auf die Liste der unerwnschten Personen im Bundestag gesetzt! Ein Vorgang unglaublicher Ignoranz und der Missachtung brgerlicher Grundrechte. Jeder Brger muss das Recht haben, mit den gewhlten Abgeordneten des Deutschen Bundestages sprechen zu knnen. Und zwar ohne Sanktionen zu ernten, wenn er die Hartnckigkeit besitzt, es mehrfach zu versuchen.

Aber auch das Bro von Ihnen, sehr geehrter Herr Gabriel, ist von meinem Partner wiederholt kontaktiert und letztlich per Mail zu einem zehnmintigen Termin mit Ihnen befragt worden (12.11.2010). Leider haben auch Sie fr mein persnliches Anliegen im Kampf um Gerechtigkeit bis heute keine einzige Minute Zeit gehabt! Nicht eine Minute!

Dies verwundert mich umso mehr, da es eigentlich nicht in das Leitbild der Sozialdemokratie passt, betrogene Menschen derart allein mit nachgewiesenen Ungerechtigkeiten zu lassen. Mein Fall ist wohl unbestritten ein sehr explosives sportpolitisches Thema. Bislang verstecken Sie und Ihre SPD-Sportausschussmitglieder sich hinter einem (Fehl-)Urteil der Sportschiedsgerichte. Durch Ihre Haltung akzeptieren Sie, dass die an mir angewandte grob fehlerhafte Sportgerichtsgerichtsbarkeit ber unserem deutschen Grundgesetz steht. Das ist in jedem Fall klar verfassungswidrig.

Wenn Sie dies mit Ihren sozialdemokratischen Wurzeln vereinbaren knnen, dann gute Nacht Deutschland. Leute wie Willy Brandt und Herbert Wehner haben ihrer Partei und ihren Zielen immer klare Linien und Grundlagen gegeben und diese auch durch ihr Handeln belegt. Leider sehe ich dies bei Ihnen und bei den Abgeordneten Freitag und Gerster bis heute nicht.

Ich habe durch ein inzwischen klar entlarvtes Fehlurteil alles verloren, was ich mir in meinem Leben aufgebaut habe. Ich bin ffentlich denunziert und gedemtigt worden. Aber ich habe nicht aufgegeben und werde dies auch bis zu meiner vollstndigen Rehabilitierung nicht tun. Ich werde das an mir verbte Unrecht entlarven gemeinsam mit meinem Team, das an meiner Seite steht.

Sie, sehr geehrte Einladenden, stehen nachweislich nicht an meiner Seite beim Kampf um Gerechtigkeit und Ehre.

Das befremdet mich sehr und deshalb nehme ich Ihre Einladung nicht an.

Hochachtungsvoll
Claudia Pechstein

PS: Zur Beruhigung der steten Nachfragen Ihrer beiden Abgeordneten Freitag und Gerster in Bezug auf mein BMI-Dienstverhltnis mchte ich Ihnen mitteilen, dass ich dieses Schreiben nicht whrend meines Polizeieinsatzes am 1. Mai 2013 in Berlin geschrieben habe, sondern im Anschluss daran also auerdienstlich!

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