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Nach der DOSB-Kritik an Unterschriftenaktion: Freue mich auf klare Antworten unserer Funktionre!

25.10.13 11:41
Obwohl ich mich 105 Tage vor Beginn meiner mglichen 6. Olympiateilnahme eigentlich auf etwas anderes, nmlich auf die morgen beginnende Deutsche Meisterschaft, konzentrieren wollte, halte ich es fr unabdingbar und notwendig, mich zu dem DOSB-Vorwurf zu uern, alle Athleten, die mit mir gemeinsam Kritik an der Athletenvereinbarung zu Papier bringen, wrden leichtfertig Kernaspekte des sportrechtlichen Fundaments in Frage stellen.

Zunchst mchte ich Folgendes vorweg stellen:

Ja, ich bin natrlich fr einen sauberen Sport.
Ja, ich bin natrlich fr einen konsequenten und effektiven Dopingkampf.
Ja, ich bin natrlich fr eine rechtmige und gesetzeskonforme Verurteilung eines jeden, der unserem Sport durch Manipulation schadet und andere betrgt.
Ja, ich bin fr Gerechtigkeit und fr die Anerkennung unserer Persnlichkeiten die wir alle als Sportler haben und auch leben.

Und wer von den derzeit hektisch aufschreienden Funktionren des DOSB bzw. des Weltverbandes ISU hat sich denn jemals mit folgender Situation beschftigt:

Ein deutscher Staatsbrger, mit einem deutschen Pass, deutschem Wohnsitz und einer deutschen Steuernummer samt einer jhrlichen deutschen Steuererklrung unterschreibt als Spitzensportler eine Athletenvereinbarung, die Voraussetzung dafr ist, um berhaupt fr Deutschland bei internationalen Wettkmpfen starten zu knnen. Diese, durch den Verband abgentigte, erzwungene und alternativlose Unterschrift regelt nun automatisch den Verzicht, auf das verfassungsmig garantierte Recht, ein ordentliches deutsches Gericht anrufen zu drfen! Und zwar in allen sportrechtlichen Angelegenheiten. Mit anderen Worten: Selbst wenn einem deutschen Sportler vor dem internationalen Sportschiedsgericht in der Schweiz in einem Verfahren, welches weder in seiner Muttersprache noch nach deutschen Rechtsgrundstzen gefhrt wird, Unrecht widerfhrt, darf er von einem ordentlichen deutschen Gericht die Rechtmigkeit des Urteils nicht berprfen lassen! Stattdessen soll er das Fehlurteil lieber stillschweigend akzeptieren oder sich zwecks einer Schadensersatzforderung an das gleiche Gericht wenden, das ihn verurteilt hat!

Meine Damen und Herren Funktionre, das kann nicht Ihr Ernst sein!

Glauben Sie wirklich, dass sich unsere verfassungsgemen Rechte der Bundesrepublik Deutschland durch einen Satz in einer Athletenvereinbarung bergeholfen von einem beliebigen Weltverband auer Kraft setzen lassen?

Sie verlangen damit von uns Spitzensportlern, bei der Ausbung unseres Berufes auf jene bundesdeutschen juristischen Grundstze zu verzichten, die ansonsten fr jeden anderen in allen Lebenslagen gelten!
Sie verlangen, dass ein sportjuristisches Fehlurteil, verhandelt nach Schweizer Recht und in auslndischer Sprache, als Betriebsunfall abgetan wird und zur Tagesordnung bergegangen wird.
Ganz so, als wre nichts geschehen.
Ganz so, als wre dieses Fehlurteil nicht wie in meinem Fall mit einem zweijhrigen Berufsverbot einhergegangen.

Sie verlangen das alles, obwohl es in meinem Fall keinerlei Beweis gegeben hat. Wenn es keine positive Probe gibt, ist die Beweislastumkehr zu Lasten des Athleten ein Grundrechtsversto, der durch NICHTS zu rechtfertigen ist. In diesem und in vergleichbaren Fllen muss gelten: Im Zweifel fr den Angeklagten!
Sie verlangen das, obwohl auch das einzige angebliche Indiz, meine hohen Reti-Werte, in der Gesamtbetrachtung meines Blutbildes den Dopingverdacht nicht rechtfertigt, da alle anderen Parameter gegen eine Manipulation sprachen.
Sie verlangen das, obwohl am CAS der Urteilstext dem Generalsekretr vorgelegt werden muss, ehe die Richter den Spruch der ffentlichkeit prsentieren drfen.
Sie verlangen das, obwohl der Weltverband, der mich verklagt hat, seinen eigenen Gutachter am Tage seiner geplanten fr mich entlastenden Aussage ausgeladen hat.
Sie verlangen das, obwohl die Richter fr meine Verurteilung eine eigens angestellte Wahrscheinlichkeitsrechnung anstatt Beweisen oder unwiderlegbaren Indizien herangezogen haben.
Und Sie verlangen dies selbst jetzt noch, nachdem bei mir als nunmehr schon verurteilte (angebliche) Dopingsnderin von international anerkannten Blutspezialisten die Diagnose gestellt wurde, dass eine von meinem Vater vererbte Blutanomalie die Ursache fr meine schwankenden Reti-Werte darstellt.

Wem das alles als Beweis noch nicht genug dafr ist, dass die derzeitige Sportgerichtsbarkeit eben fr solche Flle wie den meinen keine wirkliche Gerichtsbarkeit ist, den mchte ich noch daran erinnern, dass ich nach meiner Sperre bereits zweimal wegen vergleichbar hoher Werte eine Selbstanzeige gestellt habe. Doch die ISU zeigt keine Reaktion! Die gleichen Werte, fr die ich in meinem Verfahren verurteilt worden bin, wurden nicht noch einmal sanktioniert! Es gab nicht einmal eine Anhrung oder Nachkontrollen, geschweige denn eine Anklage! Unglaublich, oder? Wenn ich wirklich gedopt htte, wrde das bedeuten, dass ein gedopter Sportler trotz einer Selbstanzeige weiter Sport treiben drfte. Und zwar unbehelligt. Das macht mich als sauberen Athleten fassungslos. So viel zum Thema Ernsthaftigkeit im Anti-Dopingkampf!

Und noch eine wichtige Information an alle: Die Sportgerichtsbarkeit hat keinerlei Paragraphen, die ein Wiederaufnahmeverfahren ermglichen. Selbst bei neuen Beweisen nicht, die die Unschuld des Verurteilten beweisen knnen so wie in meinem Fall! Das ist echt unfassbar und sicherlich, meine lieben Sportlerkolleginnen und -kollegen, hat euch auch das niemand erzhlt, der euch irgendwann einmal die Athletenvereinbarung vorgelegt und gemeint hat, das msstet ihr unterzeichnen, sonst drftet ihr nicht starten. Was bitte soll das anderes sein als eine erzwungene Unterschrift? Mir fllt dazu auch keine Antwort mehr ein.

Von daher habe ich zwei klare Fragen an den DOSB und seine angeschlossenen Verbnde. Und ich wrde mich wirklich sehr freuen, wenn ich anstatt grundstzlicher Kritik an der Unterschriftenaktion auch zwei klare Antworten bekommen knnte.

Frage 1:
Wenn die Unterzeichnung unter meine Athletenvereinbarung angeblich kein Grundrechtsverzicht bedeutet, dann teilen Sie mir bitte mit, warum ich als deutsche Staatsbrgerin in meinem Fall kein ordentliches deutsches Gericht anrufen darf?

Frage 2:
Jeder deutsche Brger geniet das Grundrecht auf eine unabhngige Justiz. Dieses Recht schliet ein, zu jedem Zeitpunkt seines Lebens, nach einer Verurteilung entlastende Momente fr seine Unschuld darzulegen und diese Darlegung von einem deutschen Gericht prfen zu lassen. Der DOSB hat ffentlich behauptet, beide Rechtswege, also der Zivilrechtsweg zu den staatlichen Gerichten und der sportrechtliche zu den Sportschiedsgerichten, stnden absolut gleichrangig nebeneinander. Wenn dies tatschlich so ist, liebe DOSB-Funktionre, knnen Sie mir dann bitte den Weg zeigen, der zur Wiederaufnahme meines Verfahrens fhrt?

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antworten!

Abschlieend mchte ich gerne noch Folgendes anmerken:
Wenn die Sportlerinnen und Sportler Deutschlands fr unser Land starten, Medaillen gewinnen und internationalen Respekt erfahren, dann auch deshalb, weil unsere Gegner und Konkurrenten wissen, dass wir eine Nation mit sauberen Sportlern sind.

Und auch wenn die angeblich zu niedrige Aufklrungsquote der NADA den Politikern und den Journalisten nicht gefllt: Ich bin sehr stolz auf alle sauberen Mitglieder der deutschen Sportfamilie und niemand hat verdient, mit so viel Unrecht und Betrug in eine Ecke gestellt zu werden, wie ich es am eigenen Leib erfahren musste. Ich wollte mein Leben beenden, weil Funktionre der ISU mich ohne Beweis als Doperin verurteilt haben und die Welt um mich herum sich damals zu einer Apokalypse entwickelt hatte. Aber ich habe in den schlimmsten und grausamsten Tagen meines Lebens Menschen gefunden, die an mich und meine Unschuld geglaubt haben und mit denen ich nunmehr dafr kmpfen werde, dass keinem deutschen Sportler, ein solches Unrecht nochmals widerfahren kann.

Ich wrde mich freuen, wenn neben den mittlerweile mehr als 50 Top-Athleten aus 15 Verbnden mich auch noch weitere Sportler auf diesem Weg untersttzen wrden. Im Anhang findet ihr die entsprechende Erklrung fr aktive und auch fr ehemalige Athleten. Den Letztgenannten kann auch nach dem Karriereende noch eine Auseinandersetzung mit den Verbnden drohen. Unterschriebene Exemplare knnt ihr mir gerne zusenden oder mailen.

Ich habe mich so ausfhrlich zu Wort gemeldet, weil das alles aus meiner Sicht einfach mal klar und deutlich gesagt werden musste. Und ich wrde mich freuen, wenn wir als Sportler gemeinsam etwas dafr erreichen knnen, dass es ein solches Unrecht, wie ich es erleben musste, kein zweites Mal geben kann. Denn letztlich htte es (und kann es immer noch) auch jeden anderen treffen knnen...

In diesem Sinne beste Gre an alle und bis bald!
Eure Claudia

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